Nachwuchsforschungsprogramm 2007 - 2010

Nachwuchsforschungsprogramm I

„Low Vision bei Kindern“
 

gefördert von der Waldtraut und Sieglinde Hildebrandt-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
 

Das Nachwuchsforschungsprogramm „Low Vision bei Kindern“ hat in der ersten Phase mit vier Promotionsthemen in interdisziplinärer Zusammenarbeit einige der bestehenden Forschungslücken schließen und andere Forschungsthemen vorbereitend bearbeiten können. Unter der Leitung und Begleitung der Professorinnen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik und pädiatrischer Ophthalmologie

  • Prof. Dr. Renate Walthes (Rehabilitationswissenschaften, TU Dortmund)
  • Prof. Dr. Lea Hyvärinen (WHO; Universität Helsinki)

und in Kooperation mit den Kolleginnen

  • Prof. Dr. Renate Hinz (Erziehungswissenschaften, TU Dortmund)
  • Prof. Dr. Reinhilde Stöppler (Sonderpädagogik, Justus-Liebig-Universität, Gießen)

wurde eine Nachwuchsforschungsgruppe eingerichtet, Dissertationsprojekte verfolgt und gemeinsame Projekte durchgeführt. Die hohe Betreuungsschlüssel und die regelmäßigen Arbeitstreffen ermöglichten einen interdisziplinären Austausch in Bezug auf Fragestellungen der Dissertationen.

Kernstück des NFP in den ersten beiden Jahren waren einwöchige Workshops mit dem Gesamtteam und ausgewählten internationalen Experten. Abgeschlossen wurde das Programm mit einem viertägigen internationalen Intensivworkshop mit 22 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Grundlagen- und Anwendungsforschung.

Die folgende Grafik verdeutlicht die Zusammenarbeit innerhalb des NFPs.

 Die Durchführung von Lehrveranstaltungen für Studierende der TU Dortmund ermöglichte den Promovierenden einen Ausbau ihrer Lehrerfahrungen im universitären Kontext. Es erfolgte zudem eine umfassende Qualifikation im Hinblick auf die Durchführung von internationalen Vorträgen, Tagungen und Workshops, sowie eines Weiterbildungsstudiums zu cerebral bedingten Sehbeeinträchtigungen für pädagogisches und therapeutisches Fachpersonal aus dem Praxisfeld der Frühförderung. 

Dissertationen

Dissertation 1)
Pilotstudie Überprüfung des Sehvermögens bei Kindern im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Promovend: Dipl. Päd. Laurent Dura
Betreuung: Prof. Dr. Renate Walthes, Prof. Dr. Reinhilde Stöppler

Studien zur Überprüfung des Sehvermögens von Menschen mit einer geistigen Behinderung im Erwachsenenalter haben bei etwa 30% zum Teil erhebliche Sehprobleme und Sehschädigungen festgestellt (Splunder et al. 2003).
Kinder mit schweren intellektuellen oder komplexen Beeinträchtigungen werden in der augenärztlichen Diagnostik vielfach als nicht zu untersuchen und unkooperativ beschrieben; vielfach verfügen Augenärzte nicht über geeignete Testverfahren und -methoden zur Überprüfung visueller Funktionen bei dieser Zielgruppe. Im Rahmen der vorgesehenen Pilotstudie sollen bestehende Überprüfungsverfahren dahingehend erprobt bzw. adaptiert werden, um anschließend in ausgewählten Einrichtungen erste Studien durchzuführen und zu evaluieren. Ziel dieser Pilotstudie ist die Vorbereitung einer repräsentativen Untersuchung von Kindern mit kognitiven oder mehrfachen Beeinträchtigungen in Nordrhein-Westfalen.

Publikationen, Vorträge und Posterpräsentationen im Rahmen der Dissertation:

  • Dura, L. (2009/2010; 2010/2011): „Zur Bedeutung visueller Funktionen im schulischen Kontext.“ Gastvortrag im Rahmen der Veranstaltung Wahrnehmungsförderung bei Menschen mit geistiger Behinderung (Prof. Dr. R. Stöppler). Justus-Liebig-Universität Giessen
  • Dura, L. (09/2010): „Visual functioning in children with intellectual disabilities.“ Vortrag im Rahmen der ProVisIoN 1st International Conference. Visual problems in children with brain damage. What is new?, TU Dortmund
  • Dura, L. (07/2008): „Kognition und Sehen als Zugänge zu Bildung. (K)ein Widerspruch ?! Zur Beziehung von Sehen und geistiger Entwicklung.“ Vortrag im Rahmen des XXXIV. Kongresses des Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und –pädagoginnen e.V.: Teilhabe gestalten, 14.-18. Juli 2008 in Hannover
  • Dura, L. (11/2007): „Überprüfung des Sehvermögens bei Kindern im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.“ Poster zum Promotionsvorhaben. Kontakttag der Fakultät Rehabilitationswissenschaften, TU Dortmund
  • Dura, L. (2006): Anthropologische, epidemiologische und diagnostische Grundlagen sonderpädagogischer Förderarbeit mit mehrfachbehindert-sehgeschädigten Kindern. Luxemburg: Ministère de l’Education nationale et de la Formation professionnelle
     

Dissertation 2)
CVI im Kindesalter – Familien als Kontexte der Problemlösung

Promovend: Henner Frebel (Förderschullehrer, FS Sehen und Sprache)
Betreuung: Prof. Dr. Renate Walthes, Prof. Dr. Lea Hyvärinen

Eine Analyse der Literatur verdeutlicht, dass das Verhalten der Kinder mit cerebral bedingten Sehbeeinträchtigungen in alltäglichen Situationen viele offene Fragen aufwirft. Bisherige medizinische und neuropsychologische Forschungen waren und sind auf die Darstellung und Klassifikation von Verhaltensweisen und deren Ursachen konzentriert. Alltagsbezogene Beschreibungen sowie auch Studien, die sich auf Befragungen von Bezugspersonen der Kinder (Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen) beziehen, sind bisher jedoch vernachlässigt worden.
Im Rahmen des Dissertationsvorhabens wurden subjektive Theorien der Eltern zum Verhalten ihrer Kinder mit cerebral bedingten Sehbeeinträchtigungen erhoben. Die elterlichen Beschreibungen ihrer alltäglichen Verständnisprobleme, ihrer Umgangsschwierigkeiten sowie ihre Lösungsstrategien sind in Interviews erfasst, strukturiert und auf neue Perspektiven und Sichtweisen hin analysiert und unter Berücksichtigung der bisherigen Forschungsergebnisse aufgearbeitet worden.

Publikationen, Vorträge und Posterpräsentationen im Rahmen der Dissertation:

  • Frebel, H. (09/2008): Vortrag: „Cerebrale Sehschädigung (CVI, Cerebral Visual Impairment) im Kindesalter – ein anderer Blickwinkel zur Erklärung von Verhaltensauffälligkeiten; Frühzeitige Erkennung sowie visuell orientierte Interpretation zu beobachtender Spiel- und Lernverhaltensweisen im Kindergarten.“ Rhein-Kreis Neuss, der Landrat. Kreisgesundheitsamt. Kinder-/ Jugendärztlicher Gesundheitsdienst – Koordinationsstelle Gesundheitskonferenz: Von der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit bis zur zentralen Sehstörung. Wie erkenne und interpretiere ich sehstörungsbedingte Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern richtig? Was ist zu tun? Wo erhalte ich Hilfe? Fortbildung für Erzieherinnen und Erzieher sowie Pädiaterinnen und Pädiater
  • Frebel, H. (07/2008): Vortrag: „Kinder mit CVI - was Eltern wissen und welche Lösungen sie finden.“ XXXIV. Kongress, Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V.: Teilhabe gestalten, 14.-18. Juli 2008 in Hannover
  • Frebel, H.; Petz, V. (2008): „Cerebrale Sehschädigung - ein Thema an den Grenzen des Sehens.“ Übersetzung eines Handouts zum Vortrag von Gordon Dutton, MD, Royal Hospital for Sick Children, Glasgow, Scotland, XXXIV. VBS Kongress, Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V.: Teilhabe gestalten, 14.-18. Juli 2008 in Hannover
  • Frebel, H., Petz, V. (2008): „Umgangsstrategien bei Cerebraler Sehschädigung (CVI im Kindesalter.“ Übersetzung des Posters von Dutton et al.: Strategies for Dealing with Visual Problems due to Cerebral Visual Impairment in Children. XXXIV. Kongress, Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V.: Teilhabe gestalten, 14.-18. Juli 2008 in Hannover
  • Holzapfel, S., Frebel, H.; Hyvärinen, L., Walthes, R. (2008): Visual acuity values of children with motor disabilities: different tests, different results. Vortrag. Vision 2008 – The 9th International Conference on Low Vision, Montreal/Kanada (07.-11. Juli 2008), 08. Juli 2008
  • Frebel, H.; Petz, V.; Walthes, R. (03/2009): „CVI (Cerebral Visual Impairment) - ein Überblick.“ Workshop zum XV. Symposium Frühförderung "Riskante Kindheit: Früh erkennen - Früh fördern" vom 19.03. - 21.03.2009, TU Dortmun
  • Frebel, H. (11/2007): Poster: „Cerebrale Sehschädigungen im Kindesalter.“ Poster zum Promotionsvorhaben. Kontakttag der Fakultät Rehabilitationswissenschaften, TU Dortmund
  • Frebel, H. (05/2007): Workshop: „CVI (Cerebral Visual Impairment) - der Stand der Dinge.“ 21. Fortbildungstagung der AG Frühförderung im Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen: „Besondere Herausforderungen durch besondere Kinder“. Kinder mit Mehrfachbehinderung in der Frühförderung. 10.-13. Mai 2007 in Frauenchiemsee/ Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth

Dissertation 3)
Akzeptanz von optischen Hilfsmitteln

Promovendin: MSc, Dipl. AO Stefanie Holzapfel
Betreuung: Prof. Dr. Renate Walthes, Prof. Dr. Lea Hyvärinen

Optische, elektronische und nichtoptische Hilfsmittel dienen der Förderung und Unterstützung des vorhandenen Sehvermögens. Fachleute gehen davon aus, dass der frühzeitige Gebrauch technischer Hilfsmittel die Entwicklung und die Selbständigkeit der Kinder fördert (vgl. Nef-Landolt 1997; Gatz 2000; Silver & Gould 1993; Kampmann 1998). Dabei ist die Akzeptanz des Hilfsmittels wesentlich von den Eigenschaften, der Auswahl, der Anpassung und der Einführung in den Umgang mit dem Hilfsmittel abhängig.
Darüber hinaus gehende Fragestellungen, z. B. wie frühzeitig eine Akzeptanz der Hilfsmittel erreicht werden kann, wie die Hilfsmittel ausgewählt und gebraucht werden sollten oder wie, in Zusammenarbeit mit Frühförderinnen und Frühförderern sowie Pädagoginnen und Pädagogen, der Gebrauch und die Akzeptanz gefördert werden kann, sind gegenwärtig noch nicht bearbeitet. Es ist notwendig, in Bezug auf die umfassende Förderung der Kinder mit Sehschädigungen diese Aspekte zu untersuchen.
Das Forschungsvorhaben der Dissertation verfolgte das Ziel, Möglichkeiten zur Förderung des Sehvermögens sehgeschädigter Kinder mit optischen und elektronischen Hilfsmitteln zu analysieren sowie akzeptanzbeeinflussende Faktoren zu generieren, um somit Maßnahmen zur frühzeitigen kindgerechten Nutzung der Hilfsmittel zu entwickeln.

Publikationen, Vorträge und Posterpräsentationen im Rahmen der Dissertation:

  • Holzapfel, S. (2010): Devices for Children with visual disorders. In: TU Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften (Hg.): 1st International Conference. Visual problems in children with brain damage. What is new? Abstracts. Dortmund, 14
  • Holzapfel, S., Petz, V. (2010): Case-discussion. Workshop im Rahmen der ProVisIoN 1st International Conference. Visual problems in children with brain damage. What is new?, TU Dortmund
  • Holzapfel, S. (2009): Die Versorgung mit optisch und elektronisch vergrößernden Sehhilfen in Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen (Vortragsfassung). In: Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V. (Hg.): Teilhabe gestalten. Kongressbericht des XXXIV. Kongresses des Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V. Hannover 2008. 1. Aufl. Würzburg: Edition Bentheim, 83–92
  • Holzapfel, S. (2008): Vision 2008 – The 9th International Conference on Low Vision in Montreal/Kanada. In: blind-sehbehindert, Zeitschrift für das Sehgeschädigten-Bildungswesen, 128, 399-401
  • Holzapfel, S., Frebel, H.; Hyvärinen, L., Walthes, R. (2008): Visual acuity values of children with motor disabilities: different tests, different results. Vortrag. Vision 2008 – The 9th International Conference on Low Vision, Montreal/Kanada (07.-11. Juli 2008), 08. Juli 2008
  • Holzapfel, S. (2008): Vision 2008 – The 9th International Conference on Low Vision. In: DOZ (Deutsche Optikerzeitung). 63, (10/08), 14-15
  • Holzapfel, S. (2008): Versorgung mit optisch und elektronisch vergrößernden Sehhilfen in Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen. Vortrag auf dem XXXIV: Kongress der Blinden- und Sehbehindertenpädagoginnen und -pädagogen, Hannover (14.-18. Juli 2008). 14. Juli 2008
  • Holzapfel, S. (11/2007): „Akzeptanz von optischen und elektronischen Hilfsmitteln bei Kindern mit einer Sehschädigung“. Poster zum Promotionsvorhaben. Kontakttag der Fakultät Rehabilitationswissenschaften, TU Dortmund

Dissertation 4)
Entwicklung eines Screening Verfahrens zur Überprüfung des Sehvermögens Übergang Kindergarten / Grundschule

Promovendin: Dipl. Reha. Päd Verena Petz
Betreuung: Prof. Dr. Renate Walthes, Prof. Dr. Renate Hinz, Prof. Dr. Lea Hyvärinen

Die Zahl der Kinder mit Problemen im Bereich der visuellen Wahrnehmung, die beim Seh-Screening der Schuleingangsuntersuchungen oftmals nicht auffallen, nehmen nach Aussagen von Grundschullehrer/innen zu. Erschwerte Lernsituationen beim Schriftspracherwerb sowie bei mathematischen Fähigkeiten können oftmals die Folge visueller Probleme sein (Knauf, Kormann, Umbach 2006).
Das Ziel dieses Projekts ist es, ein Screeningverfahren für den Übergang vom Kindergartenalter zur Grundschule zu entwickeln, mit dessen Hilfe Sehprobleme und mögliche Auffälligkeiten bei der cerebralen Verarbeitung des Sehens eingeschätzt werden können.

Publikationen, Vorträge und Posterpräsentationen im Rahmen der Dissertation:

  • Petz, V. (2010): Sehüberprüfung durch PädagogInnen - ein Kinderspiel? In: Leyendecker, C. (Hrsg.): Gefährdete Kindheit. Risiken früh erkennen - Ressourcen früh fördern. S. 110-116. Stuttgart: Kohlhammer
  • Petz, V. (09/2010): "Developing observational skills in kindergarten teachers". Vortrag im Rahmen der ProVisIoN 1st International Conference. Visual problems in children with brain damage. What is new?, TU Dortmund
  • Petz, V. (09/2010): "Developing observational skills in kindergarten teachers". Abstract des Vortrags im Rahmen der ProVisIoN 1st International Conference. Visual problems in children with brain damage. What is new?, TU Dortmund
  • Holzapfel, S., Petz, V. (2010): Case-discussion. Workshop im Rahmen der ProVisIoN 1st International Conference. Visual problems in children with brain damage. What is new?, TU Dortmund
  • Frebel, H.; Petz, V.; Walthes, R. (03/2009): „CVI (Cerebral Visual Impairment) - ein Überblick.“ Workshop zum XV. Symposium Frühförderung "Riskante Kindheit: Früh erkennen - Früh fördern" vom 19.03. - 21.03.2009, TU Dortmund.
  • Frebel, H.; Petz, V. (2008): Übersetzung des Vortrages von Dutton, G.: Cerebrale Sehschädigung – ein Thema an den Grenzen des Sehens. In: Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V. (Hg.): Teilhabe gestalten. Kongressbericht des XXXIV. Kongresses des Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V. Hannover 2008. 1. Aufl. Würzburg: Edition Bentheim
  • Petz, V. (07/2008): „Sehüberprüfung durch PädagogInnen – ein Kinderspiel?“ Vortrag im Rahmen des XXXIV. Kongresses des Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen e.V.: Teilhabe gestalten, 14.-18. Juli 2008 in Hannover
  • Frebel, H., Petz, V. (07/2008): „Umgangsstrategien bei Cerebraler Sehschädigung (CVI) im Kindesalter“. Übersetzung des Posters von Dutton et al.: "Strategies for Dealing with Visual Problems due to Cerebral Visual Impairment in Children". XXXIV. Kongress des Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und –pädagoginnen e.V.: Teilhabe gestalten, 14.-18. Juli 2008 in Hannover
  • Petz, V. (11/2007): „Überprüfung von kindlichem Sehvermögen im Elementar- und Primarbereich“. Poster zum Promotionsvorhaben. Kontakttag der Fakultät Rehabilitationswissenschaften, TU Dortmund

 

Im Rahmen des NFPs wurde zudem eine Studie durchgeführt und publiziert:

Studie

Überprüfung des Sehvermögens von Kindern mit Körperbehinderung
(01.09.2006 – 31.08.2007)
Prof. Dr. L. Hyvärinen, S. Holzapfel, H. Frebel
Es existieren nur wenige Studien zur visuellen Wahrnehmung von Kindern mit körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen. Allerdings wird in den Vorhandenen davon ausgegangen, dass sich bei Kindern mit Körperbehinderungen häufig Auffälligkeiten im Bereich der visuellen Wahrnehmung beobachten lassen. Die Veränderungen der Sehfähigkeit (okular sowie cerebral bedingt) werden aufgrund der offensichtlicheren körperlichen Einschränkungen im Rahmen der Diagnostik sowie der Förderung jedoch nur wenig beachtet.
Dieses Forschungsvorhaben verfolgte mehrere Ziele:

  1. Gegenüber den standardisierten ophthalmologischen Verfahren wurde die Aussagereichweite funktionaler Überprüfungsverfahren im natürlichen Kontext (hier Schule) herausgearbeitet;
  2. Zur Vorbereitung einer repräsentativen Studie wurde a) eine Klassifikation und Deskription der Sehbeeinträchtigungen vorgenommen, b) eine Schulung der Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher zur funktionalen Diagnostik stattfinden, c) gemeinsam mit den pädagogischen und therapeutischen Fachkräften Möglichkeiten einer besseren Ausstattung (Hilfsmittel in der Schule) und Versorgung (optische Hilfsmittel) entwickelt;
  3. Im fachlichen Austausch mit den Experten und Ergebnissen einer finnischen Studie wurden Vorschläge zur Diagnostik und Förderung von Kindern mit körperlich-motorischen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung der individuellen Sehfähigkeit entwickelt.

Publikation ausgewählter Ergebnisse in:

  • Holzapfel, S.; Frebel, H.; Hyvärinen, L.; Walthes, R. (2008): Visual acuity values of children with motor disabilities: different tests, different results. In: Proceedings of the 9th International Conference on Low Vision – Vision 2008. Montreal, Canada